Kindergelderhöhungen auch für Hartz 4- Unterstützte
6. Mai 2010 von Almut Rosebrock
Thema Soziale Gerechtigkeit
Sehr geehrte politisch Tätige!
Die Umfragen für NRW sind knapp.
Die Bürger sind im Grundsatz enttäuscht von manchem, was sie in der Politik erleben.
Da geht es um Energiepolitik (die “Atomkraftlinie“), Soziales (die Griechen kriegen’s - aber was ist mit uns?), die Gesundheitspolitik, die Sorgen bereitet (s. mein Offener Brief an Gesundheitsminister Rösler vom 5.5.2010), Sorgen um die Zukunft unserer Kinder (Schulpolitik), Sorge um Arbeitslosigkeit, Sorge um die durch den Islam, durch die Migration auch mit in unser Land gebrachten Probleme -
kurzum es sind viele und sehr differenzierte Fragen und Probleme, die die Bürger enttäuschen, ihnen das Gefühl geben, sie werden von den “Oberen” (das sind Sie!) nicht verstanden und ernstgenommen.
Die absolute soziale Ungerechtigkeit brennt mir unter den Nägeln.
Ich ließ mein Unverständnis darüber auch in einem Zwischenruf auf der FDP-Wahlkampfveranstaltung in Bonn heraus:
Warum bekommen Hartz 4-Unterstützte, im Gegensatz zu allen Eltern jeglichen Einkommens, die Kindergelderhöhung dieses und des vorigen Jahres, das sind zusammen 30 Euro pro Kind und Monat, nicht ausgezahlt?
Da wird von “Chancengleichheit” und “Gerechtigkeit” gesprochen -
und hier sieht man, dass das im Denken der Politik offenbar überhaupt nicht verwurzelt ist!!!
Das empört mich (und nicht nur mich).
Ich setze mich mit dem Aktionsbündnis “Gerne leben mit Kindern” (www.glmk.de) seit einem Jahr (Gründung am 4.4.2009),
und mit einer Online-Petition im Landtag NRW vom 7.5.2007 der “Initiative für Vielfalt in der Schulkinderbetreuung” seit 3 Jahren für mehr Gerechtigkeit und Differenzierungen in der Politik bezüglich der Belange von Familien ein.
Vor 3 Tagen habe ich meinen Appell an die Politik (Aktuelles vom 4.5.2010) verfasst, die Gesetzeslage, der Gerechtigkeit halber, kurzfristig so zu ändern, dass die Kindergelderhöhung auch die Hartz 4-unterstützten Eltern erreicht.
Der Aufruf dürfte Sie bereits erreicht haben.
Es ist mir klar, dass es um die Finanzen unseres Staates nicht rosig bestellt ist.
Aber auf den Konten dieser betroffenen Familien sieht es vielfach mindesten (in kleinem Rahmen) ebenso katastrophal aus.
Diese Familien, auch Alleinerziehende, kämpfen sich durchs Leben, versuchen, für ihre Kinder irgendwie das möglich zu machen, was möglich ist - aber wenn man fast kein Geld hat, ist nur sehr wenig möglich!
Soziale Ausgrenzung ist die Folge, psychische Probleme, Depression, soziale Phobie, Flucht in Alkohol und Tabletten - wenn es nicht anders gelingt, wenn nicht irgendwo Hilfe, Unterstützung herkommt.
Herr Westerwelle sprach Anfang des Jahres von “spätrömischer Dekadenz” -
die kann ich unter diesen Umständen jedoch hier nicht entdecken.
Es besteht vielfach eine ganz tiefe Not!
Meine Freundin bekommt, obwohl sie nur Kindergeld und nicht vollständig Unterhalt für ihre 5 Kinder bekommt, gerade mal 10 Euro Zuschuss per Hartz 4, keine Mietübernahme, nichts.
Sie reißt sich ein Bein aus für ihre Kinder - aber wenn man mit allem (als leider Alleinerziehende) alleine steht und finanziell nichts zu machen ist, ist das sehr, sehr deprimierend.
Die große Arbeit, die sich viele Eltern für ihre Kinder machen, wird heutzutage einfach nicht genug anerkannt!
Dabei dann immer das Lamento, dass wir so wenige Geburten haben… .
Wie passt das zusammen?
Kümmert Euch / kümmern Sie sich doch zunächst darum, dass die Kinder, die Familien, die da sind, ordentliche Grundlagen zum Leben haben!
Und das innerhalb der Familien, mit ihren Eltern, die sie lieb haben;
und nicht (als einziger “Lösungsansatz”) in irgendeiner Betreuungseinrichtung, Krippe oder Ganztag!
Macht Familienleben wieder so, dass es Spaß macht -
es ist doch das Schönste von der Welt, für seine Kinder, mit voller Kraft, Herz und Verstand, da zu sein!
Bitte erkennen Sie es an, dass das auch der Wunsch sehr vieler Eltern in Deutschland ist.
Allen anderen Unkenrufen zum Trotz.
Helfen Sie bitte den “Ärmsten der Armen”, indem Sie ihnen gleichberechtigt, am besten rückwirkend zum 1.1.2010, die Kindergelderhöhungen zukommen lassen!
Und das ohne Wenn und Aber!
Mit freundlichen Grüßen - und den besten Wünschen,
auch in der Hoffnung auf eine “neue” Politik, die für den Bürger, und nicht dagegen, gemacht wird!
Almut Rosebrock, Apothekerin und Mutter zweier Kinder,
Aktionsbündnis “Gerne leben mit Kindern”
Wachtberg bei Bonn