Der Bundestag stimmt heute über PID ab
7. Juli 2011 von Almut Rosebrock
Höchstes Europäisches Gericht liefert Argumente gegen PID
Verhindert PID Spätabtreibungen? - aus der Praxis der Schwangerschaftsberatung
“Kein Recht auf Kinder” - Gedanken von Birgit Kelle
Sie schreibt:
„Was? Ihr habt noch natürlich gezeugt?“ – So recht weiß ich auch nicht, was ich sagen soll. Wir hatten uns nicht viel dabei gedacht und unsere anderen Kinder sind ja auch gesund auf die Welt gekommen. „Aber habt ihr denn im Vorfeld keine Untersuchungen gemacht, das hätte man doch feststellen können“ – Ja hätte man, wollten wir aber nicht, weil es uns völlig egal war, denn wir liebten es schon in freudiger Erwartung „Also, dass ihr so unvernünftig ward, da muss man schon fast sagen: Selbst Schuld!“ – Nein, nicht Schuld, dankbar, auch für ein Kind, das den DIN-Normen unserer Gesellschaft nicht genügt und das noch viel mehr Liebe und Zuwendung braucht, als die anderen zusammen.
So ähnlich stelle ich mir ein Gespräch vor angesichts eines behinderten Kindes in meinem Kinderwagen, 20 Jahre nach einer Neugestaltung des PID-Gesetzes, wie es sich heute einige vorstellen. Schon heute müssen sich Eltern von behinderten Kindern ähnliche Kommentare anhören. Das hätte man doch verhindern können. Was genau? Mein Kind?
Heute entscheiden die Abgeordneten des Deutschen Bundestages über eine Neuregelung des PID-Gesetzes, das für uns alle, aber gerade auch für das Ansehen von Menschen mit Behinderungen in unserer Gesellschaft langfristige Auswirkungen haben wird.
Dabei geht es weit mehr, als nur um die Frage, ob manchen Eltern der Kindeswunsch und vor allem der Wunsch um ein gesundes Kind verwehrt bleibt.