Erziehung
Text “Erziehungsverweigerung”
Die Schwedin Anna Wahlgren (9 Kinder) über das Leben mit Kindern, die Arbeit und Erziehung
„Intuitive Elternliebe“ – nach Michael Winterhoff
von Almut Rosebrock
Es ist schön, wenn Eltern intuitiv die Liebe für ihre Kinder spüren und ihnen auf dieser Basis begegnen, sie “erfolgreich” erziehen können.
In unserer Zeit fehlt es jedoch an Vorbildern für diese Art der Intuition.
Was kann Eltern helfen, dass die Erziehung ihrer Kinder gelingt?
Erziehungs- und Familienarbeit
von Almut Rosebrock
Ich hatte gestern (Anfang Mai 2009) beim Einkaufen bei Aldi an der Kasse ein Gespräch, das mich sehr bewegt hat.
Mein Wagen war bis obenhin voll (eigentlich hatte ich gar nicht so viel kaufen wollen - aber wie das dann so ist…).
Dann kam ich mit einer Frau ins Gespräch, die meinte, das kenne sie auch. Sie habe 4 Kinder, sei zeitweise mit 2 Einkaufswagen, einer voll mit Einkäufen, einer mit Kindern, durch den Laden gezogen.
Inzwischen würden ihr die Kinder wenigstens helfen - eine bald 17-jährige Tochter war dabei.
Aber wie sei diese Arbeit, diese Herausforderungen, denen sich Mütter, vor allem mit mehreren Kindern, täglich stellen müssen, angesehen, wie werde sie geachtet?
Ein Sohn von ihr sei gerade im Abitur, die Anderern rundherum.
Was es alles an Problemen auch in und mit Schule gebe. Die Kosten, die für alles anfallen.
Und für alles ist man bzw. Frau / Mutter zuständig, muss Dinge besorgen, ausgleichen, fördern, trösten.
Inzwischen anerkenne das nicht mal mehr ihr eigener Mann (das kenne ich auch!)
Man (nein, Frau) schuftet den ganzen Tag mit vollem Einsatz - und am Ende sieht alles fast genauso aus wie vorher.
Rentenansprüche gibt’s dafür nicht - obwohl diese Arbeit absolut notwendig ist - und unsere zukünftigen “Rentenproduzenten” heranbildet.
Mütter sollen (zusätzlich) aushäusig arbeiten gehen - nur dann sind sie (heutzutage, früher auch schon etwas) geachtet in der Gesellschaft.
Nur: Diese Arbeit an den Kindern kann uns niemand abnehmen! Und sie braucht viel Energie, Kraft und Weisheit.
Die Kämpfe, die mit Kindern durchgestanden werden müssen - welcher professionelle Erzieher macht das denn in der Tiefe?
Er kann Anregungen geben - mehr aber auch nicht!
Die persönliche Lebensgestaltung der Kinder braucht die Dauerpräsenz und den Einsatz von engagierten und interessierten Eltern oder zumindest einem Elternteil.
Da Beziehungsarbeit den Frauen mehr liegt, übernehmen sie traditionell zumeist diese Arbeit.
Zunehmend wird sie nicht mehr in dem notwendigen Maß geleistet - was man an dem auffälligen, oft von Gewalt und Disziplinlosigkeit geprägtem Auftreten von Kindern (schockierend!), Jugendlichen und jungen Erwachsenen sieht.
Aber es gibt weiterhin sehr viele Familien, die sich den Aufgaben in Verantwortlichkeit stellen.
Allerdings macht es die Gesellschaft, durch diese zu erfahrende Missachtung, nicht leicht und sehr befriedigend, sich so stark für seine Kinder zu engagieren… .
Vor allem der “Rentenfaktor” ist nicht länger hinzunehmen!
Die Menschen, die sich am stärksten, mit ihrem ganzen Leben und Kraft, dafür einsetzen, dass Kinder zu lebenstüchtigen Erwachsenen werden, bekommen am Ende so gut wie nichts!
Alleinerziehende Eltern werden in Erwerbstätigkeit gedrängt - obwohl sie die absolute Notwendigkeit sehen, für ihre Kinder da zu sein.
Das neue Unterhaltsrecht ist in der Hinsicht eine absolute Unverschämtheit verantwortlichen Eltern und den Kindern gegenüber!
Es sollte geändert und in seinen Konsequenzen zugunsten des geborgenen Aufwachsens von Kindern abgemildert, angepasst werden!
Kinder und vor allem auch Jugendliche brauchen ganze, glaubwürdige Persönlichkeiten als Gegenüber, Menschen, die sich Zeit für sie nehmen, die sie annehmen, wie sie sind, die sich für das, was sie tun und denken, interessieren, auch mal mitmachen.
Aus diesem Gespräch ist der folgende Text entstanden - denn Familien- und Erziehungsarbeit ist vollwertige und gesellschaftlich notwendige Arbeit, die absolut stärkere Anerkennung und Honorierung verdient!
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