Ganztag
Mein Engagement für Familie und Vielfalt wurde ausgelöst durch die Abschaffung der bis dahin bestehenden Bis-Mittags-Betreuung als Option an unserer Grundschule zugunsten des alleinigen Ganztags bzw. Regelschulunterricht, bedingt durch das neue Schulgesetz in NRW (2007). Ich hätte mir diese Betreuungsoption für meine Tochter, die dann eingeschult wurde, gewünscht, da mein Sohn, 2 Jahre zuvor, damit sehr gute Erfahrungen gemacht hat. 7.5.2007 Online-Petition im Landtag NRW s. unten! Gründung der “Initiative für Vielfalt in der Schulkinderbetreuung“, die 2009 in das Aktionsbündnis “Gerne leben mit Kindern” mit einfloss.
Bericht aus “Die Welt” vom 1.11.2005 über die Gründung des “Familiennetzwerkes Deutschland” in Hamburg, das damals aufgrund der Ganztagsschulpolitik dort entstand.
Ein kritischer Text einer Schülerin, 12. Jahrgang, zum Thema Ganztag
Der Ganztag wird heute regelrecht “verherrlicht” und herausgehoben stark finanziell gefördert.
Dabei gibt es andere Betreuungsoptionen, die Eltern ebenso helfen, Beruf und Familie vereinbaren zu können, und die die Schüler fördern.
Es bleibt mein Anliegen, zu erreichen, dass besonders die verlässliche Betreuung der Grundschulkinder bis zum Ende der 6. Stunde als Halbtags-Alternative zum Ganztag Angebot jeder Schule sein und auch finanziell angemessen gefördert werden sollte. (s. Petition vom 7.5.2007)
Petitionen vom 7.5.2007 und 18.4.2008 im Landtag NRW
Dazu der Kommentar einer Mutter aus Alfter bei Bonn:
Sehr geehrte Frau Rosebrock,
gerne möchte ich an dieser Stelle einmal erwähnen, dass Sie mir - und auch sicher anderen Eltern - aus dem Herzen sprechen, wenn es um die “organisierte” Form der Ganztagsbetreuung geht. Auch wir sind diesem Problem ausgesetzt. Ganz besonders oft fallen durch dieses neue System Kinder, deren Anpassungsfähigkeit nicht so einfach gegeben ist, wie bei anderen. Andererseits ist die Vereinbarkeit von Beruf und Familie wirklich kaum zu schaffen, wenn es keine guten Kurzzeitbetreuungsformen mehr gibt. Auch wir kämpfen mit dieser Form der Betreuung.
Gut finde ich, dass jemand wie Sie dies zur Sprache bringt. Dabei unterstütze ich Sie gerne, auch mit meiner Unterschrift.
Schleswig-Holstein: Meine Freundin in Lübeck berichtete von ihren Zwillingen (11 Jahre), die im Ganztags-Gymnasium (dort alle!) täglich außer freitags bis 14:50 Uhr Schule hätten. Danach noch der Heimweg und Hausaufgaben. Die Mensa sei nicht gut, biete auch Cola und Süßigkeiten, ohne Kontrollmöglichkeit durch die Eltern (Karte, muss mit Geld “beladen” werden). Beide Kinder spielen ein Musikinstrument - weitere Hobbies oder Verabredungen unter der Woche seien nicht möglich. Entspannung, freie Zeitgestaltung - Fehlanzeige. Auch für sie als Mutter sei das sehr anstrengend, die Kinder könnten kaum mehr Kind sein.
Einige Gedanken zur Ganztagsbetreuung von Kindern
Bericht im Bonner Generalanzeiger (4.6.2009) über die Beeinflussung der Arbeit von Sportvereinen und Musikschulen durch den Ganztag:
Öffentliche Ganztagsbetreuung = Öffentliche Ganztagsberieselung
Schulpolitik contra Familienzeit
Eine “Klage” gegen die derzeitige Politik der Kinder-Fremdbetreuung (noch nicht realisiert)