Reaktionen
Brief einer Mutter:
Ganztagsbetreuung wird wirklich zum Nonplusultra erhoben. Das sei ja sooo gut für die Kinder und Familien. Eigentlich ist es nur gut für die Wirtschaft. Es “befreit” nämlich die Mütter von ihren Kindern, damit sie den ganzen Tag einem (meist unterbezahlten) Job nachgehen können. Und dann wird abends auf die Schnelle in angeblicher Qualitätszeit (wenn das wirklich so ist) alles nachgeholt und auf 1-2 Stunden gepackt. Schrecklich!
Wir haben uns dafür entschieden, dem Kleinen 3 Jahre bei Mama zu ermöglichen. Und das ist gut so. Ich vermisse nichts, im Gegenteil, mir ging es seelisch noch nie so gut wie in den Elternzeiten. Der ganze Stress mit dem Job und daneben Haushalt, Kinder, Ehrenamt und anderes ist nun nicht mehr da. Man besinnt sich auf das Wesentliche, hat endlich Freude an Kochen und Backen (weil es nicht mal auf die Schnelle nebenbei gemacht wird).
Mach weiter so! Wir dürfen nicht locker lassen die wirkliche Wahlfreiheit einzufordern. Man sagt uns immer, dass es die gibt. Man kann entweder zu Hause bleiben (unentgeltlich) oder arbeiten gehen. Warum wird nicht beides unterstützt? Weil es dann nicht mehr genügend Mütter gibt, die für einen Hungerlohn arbeiten gehen. Das ist der Grund!
Bei so einer hohen Arbeitslosigkeit verstehe ich sowieso nicht, warum die Mütter nach einem Elternjahr wieder in den Job sollen. Da können doch andere für die Zeit eingestellt werden, die damit Arbeitserfahrung sammeln können.
Trotz immer mehr Frauenerwerbstätigkeit stehen die Familien finanziell immer schlechter da. Aber man will uns immer einreden, dass die Doppelerwerbstätigkeit vor Armut schützt.
Dr. Ingo Hackel, mehrfacher Vater und Großvater:
Ihr Einsatz ist bewundernswert und auch Ihre Argumente.
Kinder benötigen zu ihrer kraftvollen und kreativ lebensbejahender Entwicklung eine vertraute, geliebte, vorbildhafte Bezugsperson. Unsere Wirtschaft floriert nur mit hoch motivierten kreativen Mitarbeitern. Das soziale Ziel der Förderung der Kinder sozial entwurzelter Familien (im Ganztag) ist ehrenwert. Das hat aber Folgen für die psychische Entwicklung der Kinder, besonders der ursprünglich behüteten Kinder… .
Politiker benötigen über das Tagesgeschehen hinaus auch Verantwortung für eine lange Zukunft. Sie werden falsch motiviert wie die Manager durch ihr Bezahlungssystem.
Geborgene, glückliche Kinder sind viel besser zu leiten als Chaoten.
Politiker, kümmern sie sich gezielt um verwahrloste Eltern und Migranten, statt Unterdrückung gesunder Entwicklung der Kinder in Familien zu betreiben.
Reaktionen zum Text „Erziehungs- und Familienarbeit“, unter „Erziehung“, 2. Text:
Sie haben absolut recht. Mit Ihrem Text sprechen Sie mit Sicherheit einer großen Zahl hauptberuflicher Mütter aus der Seele. Mutterarbeit ist körperliche und seelische Schwerstarbeit und ein ganzjähriger 24-Stunden-Job, und wenn das nicht reicht, nimmt man die Nacht dazu…
Ihre Gedanken und Ideen sind sehr gut, aber es ist schwierig, alle kinderbezogenen Themenfelder gleichzeitig zu beackern.
Die Situation, daß man als Mutter in solchem Engagement nicht die nötige Anerkennung erhält, kenne ich auch, und da muss man einfach zu seinen Überzeugungen stehen.
Nach meiner Meinung gehört gesellschaftliches Engagement zur Familienarbeit dazu, zumal in einer solch prekären politischen Situation. Die Erfahrung belegt, dass sich kontinuierliche Arbeit am Thema irgendwann einmal auszahlt und zumindest den eigenen Kindern durch eine bewußtere, sicherere und gezieltere Erziehung zugutekommt, wenn nicht noch vielen anderen.
Herzliche Grüße und viel Kraft
Regine Schwarzhoff
Landesvorsitzende ELTERNVEREIN NORDRHEIN-WESTFALEN e.V.
www.elternverein-nrw.de
Eine ältere Frau aus dem Osten schreibt, die für die Erziehung ihrer Kinder damals zu Hause geblieben ist, sich mit Kindern und in der Kirche engagiert hat. Heute bekommt sie kaum Rente.
Liebe Frau Rosebrock, Mail, 3.5.2009
Ihr Resümee des Gespräches (Text Erziehungs- und Familienarbeit auf www.glmk.de) ist großartig und in jeder Beziehung zu unterstreichen und zu bejahen. Während Sie die wahre Wertigkeit der “Elternarbeit” beschreiben, ist die Feststellung in diesem Ihren Abschnitt die Realität, die sich durch Desinteresse, Unwissenheit, Angepasstheit der Politiker herausgebildet hat. Wird denn diese Erkenntnis der “Familien”ministerin warnend zu Gesicht gegeben? Oder lassen wir diese die Politik bestimmenden Leute weiter träumen, von z. B. Vorbild Kindererziehung in der DDR? Wie kann man da nur das geringste Vorbild sehen? Das ist Dummheit, Unwissenheit und vielleicht für manche Eltern der bequemste Weg.
Mehr verbogen und ideologisch beeinflusst konnten die Kinder nicht werden.
„Mütter sollen (zusätzlich) aushäusig arbeiten gehen - nur dann sind sie (heutzutage, früher auch schon etwas) geachtet in der Gesellschaft.
Nur: Diese Arbeit an den Kindern kann uns niemand abnehmen!Und sie braucht viel Energie, Kraft und Weisheit.
Die Kämpfe, die mit Kindern durchgestanden werden müssen - welcher professionelle Erzieher macht das denn in der Tiefe? Es kann Anregungen geben - mehr aber auch nicht!“
Ihre Homepage ist großartig, umfangreich und beinhaltet tiefgründige Beiträge, auch Ihre gelungene Aktion in Köln (wie beschrieben) war gut - aber alles ist nicht laut genug! Da Ihre gesamten Erkenntnisse - gerade auch in dem hier aufgeführten Gespräch - eine solch glasklare Wahrheit beinhalten, sollte alles getan werden, das Denken umzukehren.
Ihr toller Begriff “aushäusig arbeiten” sollte zum Makel werden. (Anm. A.Rosebrock: Ganz so extrem sehe ich es nicht - aber Mütter müssen frei entscheiden können, was sie wollen.)
Das Beeinflussen der Bevölkerung in diesem Sinne tut bitter not. Dass nicht Quantität (Geld schaufeln) und dem Materialismus frönen bei vom Staat subventionierter Kinder”erziehung” später noch vom Rentengeber Unterstützung finden darf, sondern die Qualität bei eigenverantwortlicher Familienarbeit die Probleme in der Gesellschaft verringert, Werte schafft, die auch bei der Rente Berücksichtigung finden müssen. An wen ist Ihr beigefügter Text gerichtet?
„Die persönliche Lebensgestaltung der Kinder braucht die Dauerpräsenz und den Einsatz von engagierten und interessierten Eltern oder zumindest einem Elternteil. Da Beziehungsarbeit den Frauen mehr liegt, übernehmen sie traditionell zumeist diese Arbeit. Zunehmend wird sie nicht mehr in dem notwendigen Maß geleistet - was man an dem auffälligen, oft von Gewalt geprägtem Auftreten von Kindern (schockierend!), Jugendlichen und jungen Erwachsenen sieht. Aber es gibt weiterhin sehr viele Familien, die sich den Aufgaben in Verantwortlichkeit stellen. Allerdings macht es die Gesellschaft, durch diese zu erfahrende Missachtung, nicht leicht und sehr befriedigend !!!”
Sie schreibt weiter:
Nun habe ich Ihren Text und meinen Antworttext meinem Mann zum Lesen gegeben. Seine Antwort:„Diese Frau muss Familienministerin werden! Sie hat das wahrhaftige Zeug dazu.“
Viele Grüße
Die Obige
Eine Mutter in meinem Alter beschreibt ihre Erfahrungen mit dem Unterhaltsrecht:
Dein Brief, in dem es um die mangelnde Anerkennung der Kindererziehung durch die Mütter geht, spricht mir ziemlich aus dem Herzen.
Es kam beim Lesen wieder einmal hoch, was mir bei der Gerichtsverhandlung zur Unterhaltsregelung passiert ist:
Die Richterin(!) war doch tatsächlich der Meinung, ich hätte mehr arbeiten gehen können. Und das in der Situation, dass die Kinder bei der Trennung erst fast zwei und fast vier Jahre alt waren, ich von Anfang an wenigstens einige Stunden (an zwei Nachmittagen ca. 2 Stunden) als Krankengymnastin gearbeitet habe, weil es dem Vater wichtig war, nicht von seinem Lebensstandard zu sehr runter zu müssen. Als wir noch zusammen lebten, hatte ich die Kinder bei einer Tagesmutter, am anderen Arbeitstag passte der Vater auf sie auf, allerdings so schlecht, dass mein Gewissen sich mit dieser Lösung schwer tat. Aber noch mehr Geld für eine Tagesmutter ausgeben war einfach nicht drin.
Bei der Trennung dann noch mehr arbeiten gehen zu sollen, wo den Kinder doch eh schon ein Elternteil fehlte und eine neue Wohnung ihr Zuhause wurde, dazu eine Mutter, die sich anstrengte, den Alltag überhaupt zu bewältigen und dass die Trennung so glimpflich wie möglich für die Kinder abläuft? Dazu verliert man zum Teil seine “Freunde”, weil die nicht wissen, wie sie mit einem getrennten Paar und den wechselhaften Stimmungen umgehen sollen, und die Kinder leiden unter dem Wegfall ihrer daran hängenden Freundschaften . Das alles erleben und fühlen zu müssen und dann auch noch den Druck zu haben, trotz all der Mühe und Belastung nicht zu genügen, macht mir auch heute noch zu schaffen. Mein Unterhalt wurde auf eine lächerliche Summe festgelegt, die auch begrenzt war bis zum Erreichen des dritten Lebensjahres des kleineren Kindes. Ich hätte natürlich rein rechtlich noch versuchen können, am Oberlandesgericht weiter zu klagen, aber ich habe von der Richterin keine Zulassung auf Gerichtskostenhilfe bekommen, weil sie eben diese frauenunfreundlichen Ansichten hegt. Und da ich schon so mehr als ein Jahr mit diesem Unterhaltsthema beschäftigt war und mit dem Vater dadurch auch in ständiger Auseinandersetzung, war ich mit meinen Energien und Kräften am Ende und finanziell schlicht nicht in der Lage, für mein Recht zu kämpfen. Das tat und tut einfach weh und hat seine Spuren bei mir hinterlassen.
Der Vater der Kinder hat bis heute nicht kapiert, was ich leiste.Dafür erlebt er allerdings auch nicht die vielen schönen Dinge, die mir immer wieder klar machen, dass sich meine Mühe lohnt und dass ich die besten Kinder habe.
Ein 70-jähriger Mann mit 6 Kindern schreibt:
So ist das: Damit junge Frauen überhaupt Kinder wollen, braucht es die Fremdbetreuung; ab 3 Kindern muss ein Elternteil sich aber ganz der Kindererziehung widmen. Wenn dies möglich ist, kann man auch vier und mehr Kinder groß ziehen, und das ist eine Freude und ein Leben lang eine große Hilfe für die Kinder. Wie gut ist es bis ins hohe Alter, viele Geschwister zu haben! Die Mühen und Anforderungen der Eltern, in erster Linie der Mütter beschreibst Du zu Recht, und der Vater darf seine Frau nicht im Stich lassen, sondern muss sie stützen und auch helfen, zum Beispiel beim Musikinstrument- Üben! Aber es ist eine tolle und menschlich ungemein lohnende Aufgabe. Deshalb freue ich mich über jede Familie, die wie Deine Gesprächspartnerin bei Aldi sich vier und mehr Kinder zutraut. Das Rententhema ist bekannt und nur zum Teil und im Grunde nicht systemgerecht gelöst, denn man bräuchte einen vollwertigen Drei-Generationen-Vertrag, damit Kinderreichtum nicht nur ein Privileg der oberen Schichten bleibt.
Ich verstehe nicht, dass Sie es nicht nahezu unheimlich finden, dass die Väter Ihrer Kinder selbstverständlich NICHT zu Hause bleiben und sich kümmern wollen. Wie erklären SIe Ihren Kindern, dass Papa immer weg und arbeiten ist und nur Mama sich kümmert?
Wer sich an Ihre Ideale hält, landet spätestens nach der Trennung auf dem Boden der Tatsachen, wie eine Mutter hier beschreibt: Unterhalt nur bei Kindern bis drei Jahren und die Mutter muss sofort einen Hartz IV Antrag stellen. Die großen Kinder bleiben gerne beim Vater, wo sie mehr Freiheit, Geld und Platz haben, die Kleinen gehen mit in die winzige Hartz IV Wohnung und Mama, die nie richtig gearbeitet hat, kann ihnen nicht einmal ein Eis kaufen. Ich halte es für gemein, Frauen zu sagen, heiraten und schön viel Kinder zu kriegen sei etwas Tolles. Es bedeutet in der Regel lebenslange Abhängigkeit. Letztlich waren nicht arbeitende Ehefrauen und Mütter durch frühere Rechtssysteme immer völlig abhängig vom Ehemann und nun hat dies mit den sollte nie mehr Kinder bekommen, als sie selbst ernähren kann.